Aus der Region

Viele Erzeugerbetriebe, die ihre Blumen und Pflanzen über den Blumengroßmarkt Hamburg vermarkten, sind in den Vier- und Marschlanden angesiedelt. Man nennt dieses Gebiet im Südosten Hamburgs auch das "Gärtnerdorf". Die meisten der rund 250 Gartenbaubetriebe in dem mit 244 Hektar größten geschlossenen Blumenanbaugebiet Deutschlands sind alt eingesessene Familienunternehmen. Dazu gehört auch der Gartenbaubetrieb von Günter Knoblauch.

Günter Knoblauch

Schönstes Produkt der Welt

Er ist sich sicher: "Ich arbeite mit dem schönsten Produkt der Welt." Doch mit trockenem hanseatischem Witz fügt er gleich an: "Aber an sieben Tagen in der Woche." Was nicht übertrieben ist, denn für Blumenerzeuger wie ihn gibt es keine Pause. Tulpen, Maiglöckchen und Rosen baut er auf 6.000 Quadratmetern unter Glas und 10.000 Quadratmetern Freilandfläche an. "Das ist enorm zeitaufwändig, fast alles ist Handarbeit, jede einzelne Tulpe nehmen wir sieben Mal in die Hand", beschreibt er den mühevollen Weg bis zur blühenden Pracht.

In 4. Generation betreibt Günter Knoblauch seine Gärtnerei, die 5. Generation ist schon im Geschäft. Das klingt nach außergewöhnlicher Tradition, ist aber nichts Besonderes in seiner Heimat. Günter Knoblauch wundert die Beständigkeit der Blumenzucht in seiner Region nicht. "Unser Marschboden ist einer der besten in Deutschland", ist er überzeugt.

Doch bester Boden allein reicht nicht - auch für Günter Knoblauch ist in seinem Betrieb die Zeit nicht stehen geblieben. 1995 war er einer der ersten in den Vier- und Marschlanden, die ein eigenes Windrad zur Energieerzeugung errichten ließen. Auch praktiziert er "aus wirtschaftlichen und Ökologischen Gründen" integrierten Pflanzenschutz mit dem Einsatz von Nützlingen.

"Wir nennen uns bewusst Frischepartner und sind von dem Kundenwunsch nach regionaler Blumenproduktion überzeugt", meint der Traditionsgärtner aus den Vier- und Marschlanden. Wobei der Begriff "Frischepartner" für die Erzeuger aber auch für die Blumenfachgeschäfte und Wochenmarkthändler steht.

In vielerlei Hinsicht haben sich die Anforderungen an die Gartenbaubetriebe verändert, in einem Aspekt nicht. "Wie vor einem halben Jahrhundert wünschen die Blumenkäufer ein saisonales Angebot", weiß Günter Knoblauch. Um nicht ohne Stolz anzuschließen: "Heute ist die durchschnittliche Blüte fast dreimal so groß wie noch in den 1970ern."

Foto: Claudia Timmann / Text: Martin Hein